Der ganz besondere Jahrestag

Der 5. Februar 2008 war ein ganz besonderer Tag für mich. Der Arzt formulierte es dann so: „Die Sache ist hochoffiziell. Sie haben MS“. Es war auch der Tag, der eine ganz besondere Checkliste ins Rollen brachte. Nämlich die, wie verdaue ich so eine Diagnose:

  1. Schock
  2. Verleugnen
  3. Schock verbunden mit der Angst bald im Rollstuhl sitzen zu müssen
  4. Arzt wechseln, denn der letzte Arzt irrte bestimmt
  5. Schock, der Arzt hatte doch recht, doch bei diesem zweiten Arzt bin ich bis heute. Denn dieser Arzt brachte Punkt 6 ins Rollen.
  6. Aufklärung: Nicht immer und nicht jeder landet im Rollstuhl. Natürlich gibt es ganz schlimme Formen der MS, aber ich gehörte bzw. gehöre zu den 80 % der MS Erkrankten mit einer „Schubförmige (rezidivierend-remittierende) MS“. Also 80 %. Noch immer blöd, wenn man weiss, die Krankheit ist chronisch und bis jetzt unheilbar.
  7. Aufklärung Schritt 2: Die Krankheit ist zwar bis heute unheilbar, aber man kann sie gut in den Griff bekommen. Übersetzt, es gibt Möglichkeiten sie zu stoppen.
  8. Weitergehen: Nützt ohnehin nix. Also den Hurrican im Kopf entwirren und versuchen, wieder klar denken zu können.
  9. Lernen mit den Medikamenten umgehen zu können und sich auch schlau über die Medikamente zu machen. Aber nur mit dem Arzt seines Vertrauens darüber reden. Er kennt die Medikamente und ist Profi auf seinem Gebiet.
  10. Annehmen

Das war meine „Checkliste“, den Schock verdauen zu können und, ich bin mir sicher, irgendwann wird man auch diese Erkrankung in den Griff bekommen. Nicht heute, aber vielleicht schon morgen.

Es lohnt sich also verrückt zu bleiben.